Motivation

Kennt Ihr das Gefühl, daß Euch hin und wieder der Antrieb fehlt? Gerade jetzt, in der ungewissen zeit, fehlt uns viele von dem, was uns im Alltag Kraft und Motivation gibt: Freunde, der größere Familienkreis, die Arbeit, Unternehmungen, Menschen, die uns Nähe oder Wertschätzung schenken, Geld…Ziele und Perspektiven sind in den Hintergrund getreten. Vielen fällt es schwer, sich selbst, die Familie, die Kinder bei Laune zu halten. Gerade da ist es hilfreich, ein paar Tricks zu kennen, die die Motivation aufrecht halten – oder widerherstellen, wenn sie mal abgesackt ist.

Trick 01:
Realistische Ziele setzen


Hierzu stelle ich Euch drei Beispiele vor:
Beispiel 1: Übertriebener Optimismus
An einem Tag die ganze Wohnung putzen
Stellen wir uns vor, ich nehme mir am Morgen vor, heute die ganze Wohnung von oben bos unten und bis in jede kleinste Ecke zu putzen. Wie klingt das? Für mich persönlich klingt das unrealistisch. Es ist zu optimistisch gedacht. Am Ende des Tages werde ich frustriert sein, weil ich nicht alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte.

Stellen wir uns das Gegenteil vor.
Beispiel 2: Übertriebener Pessimismus
An einem Tag den Wasserhahn putzen
Am Morgen nehme ich mir vor, den Wasserhahn im Bad zu putzen. Das ist zwar machbar, aber am Ende des Tages könnte ich möglicherweise denken: „Es hätte mehr sein können.“ Ich werde mich vielleicht nicht gut fühlen, weil ich zu wenig erledigt habe. Meine Vorstellungen waren womöglich zu pessimistisch.

Beispiel 3: Gesunder Realismus
An einem Tag das Bad putzen
Am Morgen nehme ich mir vor, heute das ganze Bad zu putzen. Das ist ein überschaubares Vorhaben. Am Ende des Tages fühle ich mich gut, weil ich das, was ich mir vorgenommen habe, auch wirklich geschafft habe. Es war ein realistisches Ziel. Eine gute Mitte.

Setzt Euch also realistische Ziele, die Euren individuellen Möglichkeiten entsprechen und in Eurem Tagesablauf auch tatsächlich umsetzbar sind.

Trick 02:
Einen Fokus wählen

Wenn in der Familie viele Themen, Herausforderungen und Bedürfnisse aufeinanderprallen, hilft es, eine „Mindmap“ (engl.: Gedankenkarte) zu erstellen.
Alles, was Ihr dazu braucht, ist ein Blatt Papier und ein Stift.
Ebene 1:
Schreibt in die Mitte des Blattes Euer Hauptthema, z.B. Euren Familiennamen, Euer Problem oder das Wort „Bedürfnisse“ und kreist dieses Thema einmal ein.
Ebene 2:
Im nächsten Schritt sammelt Ihr um das Hauptthema herum weitere Unterhemen. Bei dem Beispiel mit dem Familiennamen in der Mitte wären das z.B. die Namen der jeweiligen Familienmitglieder sowie anfallende Haushaltstätigkeiten oder andere gesammelte Aufgaben, die erledigt werden müssen. Umkreist diese Unterthemen erneut.
Ebene 3:
Danach schreibt ihr zu den jeweiligen Unterthemen wieder Teilaufgaben oder bei den Namen der Familienmitglieder deren individuelle Bedürfnisse, Aufgaben, Wünsche. Hier könnt Ihr völlig losgelöst „Brainstorming“ betreiben und einfach alles aufschreiben, was Euch ganz spontan einfällt. Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle.
Anschauen:
Wenn ihr soweit seid, seht ihr erstmal, dass es unendlich viele Dinge sind, die in Eurer Familie tagtäglich zusammenkommen und unter einen Hut gebracht werden müssen. Für mich persönlich war das, als ich es zum ersten Mal in meiner eigenen Familie gemacht habe, ein regelrechter Schock. Ich konnte kaum glauben, mit wie vielen Themen, Bedürfnissen und Aufgaben wir tagtäglich unseren Alltag jonglieren.
Fazit:
Familienleben kann wundervoll, erfüllen und beglückend sein. Familienleben birgt aber auch Herausforderungen und damit eine gute Koordination.
Fokus wählen:
Wenn ihr über diese Ansammlung mal geschlafen habt, könnt Ihr Euch wieder zusammensetzen. Jedes Familienmitglied wählt nun für sich das aus seiner Sicht wichtigste Thema aus. Es können auch zwei oder maximal drei sein. Bei den Aufgaben wie Haushalt, Kochen, Wäsche machen wird kaum jemand aus der Familie Prioritäten setzen – höchstens die Mama 🙂
Besprechen
Redet über das Ergebnis und seht, welche Punkte wem wichtig sind und was offen ist. So könnt Ihr von jedem einzelnen Familienmitglied sehen, was Priorität hat und was an Aufgaben und Bedürfnissen in der Familie da ist. Diese Übung mache ich oft mit den Eltern in meinen Beratungsgesprächen. Für die meisten ist sie genauso Augen öffnend, wie sie für mich beim ersten Mal war.

Trick 03
Was anderes machen

Immer der gleiche Trott? Immer die gleichen wiederkehrenden Aufgaben? Langeweile? Überforderung? Mach mal was völlig anderes! Hier ein paar Ideen: Mach 10 Hampelmänner; nimm am Fenster 10 tiefe Atemzüge; schreibe einen Liebesbrief; schneide Putzlumpen aus einem alten Bettlaken; lege Dich mit Decke und Kissen ins Bad und schlafe 8 Minuten; tanze mit einem Besen durch’s Zimmer und singe die Melodie von Bibi Blocksberg; verstecke Dich und beobachte, ob Dich jemand findet; mix Dir einen Bananen-Schoko-Milch-Shake; bastle drei Papierflieger und veranstalte einen Wettbewerb: Welcher der drei fliegt am weitesten?; mach Sport;  frage jemanden, was Du „anderes“ tun könntest, um aus Deinem gewohnten Trott zu kommen…
Mal etwas völlig anderes zu machen erheitert, beglückt und erleichtert. Überschüssige Energien werden abgebaut und der Kopf wird mal wieder frei von den Aufgaben und Belastungen des Alltags. Probier’s doch einfach mal aus!