Quängelnde Kinder

Meistens steckt ein Bedürfnis des Kindes dahinter, wenn es hartnäckig, aufdringlich oder mit besonders nerviger Jammerstimme an unserem Elternrockzipfel hängt. Es will gesehen, gehört, geliebt, verstanden, wahrgenommen werden…oder hat einfach „nur“ Hunger, Durst, ist müde oder hat Schmerzen. Alles ist in diesem Moment möglich – theoretisch. Was uns da als Eltern hilft, ist erstmal eine gute Beobachtungsgabe. Möglicherweise wiederholen sich die Verhaltensweisen der Kinder in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Zeiten. So können wir daraus lernen und es beim nächsten Mal bereits im Vorfeld ahnen, welches Bedürfnis hinter der Unzufriedenheit stecken könnte. Hier hilft es auch, die Uhrzeit im Blick zu haben. Kinder finden sich in routinierten Abläufen ja meist gut zurecht. Ihr Hunger, ihre Müdigkeit, ihr Bedürfnis nach Kuscheln und Wärme kommen in der Regel zu den ähnlichen Tags- und Uhrzeiten.
Zudem hilft es, die Kinder zu fragen. Selbst, wenn sie noch nicht reden können, können sie auf Fragen hilfreiche Zeichen und damit Antworten geben. Wenn einem Kind, das bereits sprechen kann, nicht einfällt, was es gerade braucht, habe ich herausgefunden, dass ich dem Kind etwas entlocken kann, indem ich meine Frage umformuliere. Beim zweiten oder dritten Frageversuch bekomme ich da meist eine hilfreiche Antwort. Ansonsten einfach mal das Kind in den Arm nehmen, kuscheln und abwarten. Oft erledigt sich eine Unzufriedenheit auch dadurch schon.

Trick 1: Trinken & Prost
Oftmals haben quängelnde Kinder einfach nur Durst. Auch, wenn es banal klingt. Es wird einfach leicht vergessen – sowohl von den Kindern selbst als auch von Eltern. Daher: Einfach mal eine Prostrunde für alle. Denn Flüssigkeit ist für jeden wichtig. Das Quängeln kann natürlich auch Hunger bedeuten. Doch auf’s Essen kommen wir eher als auf’s Trinken.

Trick 2: Massage
Manchmal drückt der Bauch, schmerzen die Beine vom vielen Hüpfen, Sitzen oder Laufen, ziehen die Arme oder der Rücken…Da hilft eine kleine Zwischendurch-Massage. Mein Lieblingsöl hierfür ist das „Solumöl“ von Wala. Es wirkt sehr beruhigend und entspannend. Ein echter Geheimtipp (keine Werbung!). Es darf bereits bei Säuglingen verwendet werden. Übrigens. Spannend ist auch, dass sich die Kinder bereits beruhigen, wenn ich gar nicht sie sondern mich selbst massiere – meine Füße, meine Beine, meine Arme und Hände. Aber natürlich genießen die Kinder auch die Berührungen, wenn ich sie massiere. Und keine Angst: Es dauert nicht lang, denn die Kids haben auch beim Massiert-werden nicht so viel Ausdauer wie wir Erwachsenen;)

Trick 3: Bewusste Aufmerksamkeit
Wenn die Kleinen unzufrieden wirken, ist es vielleicht ma wieder Zeit für bewusste Aufmerksamkeit. Auch, wenn Du gerade beschäftigt bist und eigentlich keine Zeit zum Kuscheln hast. Wenn Du Dir in solchen Situationen nur ein paar Minuten intensiv Zeit für Dein Kind nimmst, merkt es, dass es Dir wichtig ist, dass es gesehen und geliebt wird. Diese Zeit beruhigt Dein Kind und es wird sich dann von allein wieder lösen und seine Entdeckungsreise in der Wohnung fortsetzen.
Wenn Du Deine Arbeit später erledigt hast, schau mal, ob Dir die Einladung Deines Kindes nicht auch selbst gut tut. Eine Ruhe-Kuschel-Zeit auf der Couch oder eine Kitzelrunde sind auch für uns Eltern wertvolle Energiebringer.

Trick 4: Sachen verstecken
Kinder brauchen einerseits Routine. Andererseits mögen Sie auch gern Abwechslung. Wenn Dein Kind mal gelangweilt von den eigenen Spielsachen ist: Einfach die Sachen verstecken und das Kind einladen, die Dinge wiederzufinden. Auch aufräumen mit einer Schatzkiste ist ein Wundermittel: Einfach mit einem Karton oder Wäschekorb durch die Wohnung gehen, mit dem Kind alle herumliegenden Schätze einsammeln und danach im Wohnzimmer gemütlich die Schatzkiste ausräubern. Eine gute Gelgeheit, die Wohnung auch gleich von Herumliegendem zu befreien.